Bedeutende Besucher

1575

Maximilian II.

Maxmilián II. HabsburskýDie kulturellen und politischen Geschichten des Hauses „Zum Schwarzen Adler“ (U Černého orla) sind sehr reichlich und bunt. Kurz nach der Vollendung des Hauses wurde gerade hier Maximilian II. am 21. April 1575 (in der Verhandlungszeit über böhmische Konfession) mit der Kaiserin Maria von Spanien und mit seinem Sohn Matthias und zahlreichen Höflingen bewirtet. Das Kaiserpaar übernachtete dann im Haus Zum Schwarzen Adler, wobei der Kronprinz Matthias in der Nachbarschaft im Haus von Familie Mráz aus Milleschauer (Milešovka) (sog. „Kelchhaus“) untergekommen wurde. Dieser selbstverständlich unübliche bedeutsame Besuch schrieb sich unverwischbar in den Geschichten des Hauses ein – In der Erinnerung an dieses Ereignis wurde an der Stirnseite offensichtlich das Kaiserzeichen ausgemalt und zwar ein schwarzer zweiköpfiger Adler. Von diesem Gemälde des schwarzen zweiköpfigen Adlers stammt wahrscheinlich der spätere Name dieses Hauses.

1635

Ferdinand III.

Ferdinand III. HabsburskýIm Jahre 1635 verliefen in Leitmeritz Verhandlungen über sog. „Prager Frieden“, wobei König von Böhmen und zukünftiger Kaiser Ferdinand III. zusammen mit Abgesandten des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. anwesend waren. Auch diese Verhandlungen spielten sich vermutlich gerade hier ab.
14. Juni 1650 wurde das Haus und sein zugehöriger Besitz auf Antrag des Kaisers Ferdinand III. aus dem Band des Stadtrechts entnommen. Dank der folgenden Einordnung in den Landtafeln wurde das Haus (mit Wirkung rückwärts zum Jahr 1628) zum Rittersitz erhoben. Der Rittersitz wurde – offensichtlich immer mit dem Hinweis auf Besuch von Maximilian II. – „Králův hrádek (Königsburg)“ benannt, wobei den damaligen Besitzern – dem Adelsgeschlecht Aulik von Trebnitz erlaubt wurde, ihr Adelsprädikat um diese Benennung zu erweitern. Mit der Erteilung dieser Privilegien hängt auch der Ehrentitel „Salva guardia“, zusammen. Mit diesem Ehrentitel wird das Haus bis heute bezeichnet. Die Wortverbindung „Salva guardia“ kommt aus der italienischen Sprache und bedeutet „geschützt“, „beschützen“, „die Schutzmaßnahme“ oder auch „sichergestellt“. Es geht also um gewissen allgemeinen Ausdruck des Schutzprivilegs.

1887

José Rizal M.D.

Dr. José RizalDas Haus erlebte einen sehr bedeutsamen, obwohl bis vor kurzem paradoxerweise relativ weniger bekannten Besuch noch einmal und zwar im Jahre 1887. Zwischen 13. – 16. Mai 1887 verbrachte hier Zeit nämlich auch der philippinische Arzt, Patriot und Schriftsteller Dr. José Rizal, der hierher kam um seinen Freund, den Direktor der Realschule in Leitmeritz Professor Ferdinand Blumentritt zu besuchen. Rizal, der in Begleitung seines guten Freundes Máximo Viola kam, wohnte zwar in heute nicht mehr existierendem Hotel „Krebs“ (Das Hotel lag früher an der Nordseite des Stadtplatzes), aber er traf sich im Restaurant „U Černého Orla – Zum Schwarzen Adler“ mit Professor Blumentritt und seiner Familie einschließlich seiner Freunde.

Dr. José Rizal (mit vollem Name José Protasio Rizal Mercado y Alonso Realonda) (19. Juni 1861 Calamba, Laguna – hingerichtet am 30. Dezember 1896 Manila) war der Nationalheld von Philippinen, zugleich auch Dichter und Prosaiker und einer der ersten Augenchirurgen in ganz Südostasien. Rizal war auch die bedeutende Person der philippinischen Befreiungs- und Unabhängigkeitsbewegung von der spanischen Kolonialvormacht.

1887

Ferdinand Blumentritt

Ferdinand BlumentrittFerdinand Blumentritt war der Direktor des Realgymnasiums in Leitmeritz, zugleich auch Lektor und Autor zahlreichen Artikeln und Büchern über Philippinen und ihre Ethnographie. Obwohl er nie Philippinen besuchte, ist sein Werk über Philippinen umfangreich. Blumentritt war der nächstliegende Vertraute von Jóse Rizal, obwohl sie sich nur einmal trafen. Blumentritt setzte erste Novelle Noli me tangere von Rizal ins Deutsche über und schrieb sogar das Vorwort zum zweiten Buch El Filibusterismo von Rizal. Beide dieser Novellen führten zur Rizals Verurteilung im Jahre 1896 und folgender Hinrichtung am 30. Dezember 1896. Nach Professor Blumentritt, der bei uns ziemlich unbekannt ist, wurden in Philippinen zahlreiche öffentliche Orte benannt. Nur in der Hauptstadt Manile gibt es die Blumentrittstraße, das Stadtviertel Blumentritt, die Haltestelle der Oberbahn LRT, der Blumentrittbahnhof und der Blumentrittmarkt.